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Österreich

Städtetrip nach Wien 05.-11. Mai 2009

Online seit 25.08.2009

Städtetrip nach Wien 05.-11. Mai 2009

Reisebericht und Fotos von Jürgen Blaszczyk

Über Wien großartige Reiseberichte zu schreiben erübrigt sich eigentlich, denn dies kann man auch in den einzelnen Reiseführern je nach den eigenen Interessen nachlesen. Die Vielseitigkeit dieser Stadt Kennen zu lernen über Kunst und Kultur bis hin zu Shoppen, Essen und Trinken einschließlich Cafehauscharme und Nachtleben muss jeder für sich selbst entscheiden. An dieser Stelle daher nur einige Tipps aus meiner Sicht und ausgewählte Fotos.

Jürgen Blaszczyk - Wien ansehen
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Fotos Wien

Beim Buchen der Reise kann man bereits sparen, indem man recht früh über das Internet (z.B. bei Air Berlin) einen Flug für 1,00 EUR bucht, zuzüglich Zuschläge und Gebühren. Man kann aus NRW nicht günstiger und entspannter nach Wien gelangen, zumal auch die Bordkarte über das Internet buchbar ist, daher keine langen Warteschlangen am Flughafenschalter (eigener Check in Schalter). Das Hotel haben wir ebenfalls frühzeitig über HRS Hotel Reservation Service gebucht. Preisunterschiede bis zu 40,00 EUR pro Nacht sind dort möglich. Unsere Wahl fiel auf das Hotel Urania, ein gutes Mittelklassehotel ordentlich und sauber mit günstiger Verkehrsanbindung in der Nähe des Hundertwasserhauses. Alle 6 Minuten fährt dort eine Bahn Richtung Landstraße Wien Mitte oder Schwedenplatz. Beides zentrale Umstiegsmöglichkeiten für ganz Wien. Überhaupt ist das öffentliche Verkehrsnetz der Wiener Linien gut ausgebaut, so dass wir unser Auto nicht vermisst haben. Eine Wochenkarte für Wien kostet 14,00 EUR pro Person. Auch diese Wochenkarte kann man bereits online kaufen einschließlich der Fahrt (je 1,70 EUR) von und zum Flughafen für die S-Bahn. Der CAT (City Airport Train) nach Landstraße Wien Mitte ist zwar 15 Minuten schneller kostet aber dafür auch xxx EUR. Die S-Bahn fährt alle 30 Minuten.

Was kann man unternehmen?

Innenstadt mit Hofburg, Sissimuseum und Silberkammer

Hierfür sollte man einen ganzen Tag einplanen mit entsprechenden Pausen in den umliegenden Cafes. Durchaus mit der Trambahn (Straßenbahn, richtige Altertümer) sich durch die Innenstadt fahren lassen um nachher punktuell zu sagen: Hier müssen wir noch einmal zu Fuß vorbei!

Leider gibt es seit diesem Jahr nicht mehr die ?Ringtram? (Linie 1 und 2), die jeweils um den inneren Ring gefahren ist. Dies übernimmt jetzt eine eigene Touristenbahn, natürlich gegen Gebühr. Die Eindrücke rund um die Hofburg und im Museum sind schon recht vielseitig. Aber für das Museum braucht man nicht auf festgelegte Führungszeiten zu achten, sondern man bekommt am Eingang einen kleinen ?Recorder?, von dem man dann jeweils die Informationen an den einzelnen Stationen im Museum abrufen kann. So hat man die Möglichkeit seine individuelles Tempo zu wählen und muss keinem Museumsführer hinterherhetzen. Die Informationen über das Leben am Hof und der Kaiserin Sissi waren schon umfangreich einschließlich der sehenswerten und prunkvollen Tischdekoration.
Auch außerhalb der eigentlichen Hofburg gibt es mit dem Maria Theresia Denkmal, dem Kunsthistorischen und Naturhistorischem Museum, Parlament, der Universität und dem Rathaus reichlich historische Gebäude zu bewundern.

Empfehlenswert ist der Kauf eine Kombitickets für Hofburg mit Sissimuseum und Schloss Schönbrunn, dann braucht man am Schloss nicht Schlange stehen und man spart auch noch ein paar Euros.

Schloss Schönbrunn und Umgebung mit Naschmarkt

Mit der U4 fährt man bis ?Schloss Schönbrunn? und folgt den Wegweisern oder den vielen Touristen. Die Schlangen am Eingang konnten wir ignorieren, da wir unser Kombiticket schon gekauft hatten konnten wir direkt zum Museumseingang gehen. Auch hier erhielten wir wieder unseren elektronischen Begleiter, der uns informativ durch das Museum führte. Im Gegensatz zur Hofburg erfährt man hier in der Sommerresidenz der Habsburger etwas über die Räumlichkeiten und den Lebensstil am Hofe sowie über die Kaiserin Erzherzogin Maria Theresia und die königliche Familie. Also keine Wiederholungen von der Hofburg Am Ausgang des Museums ein Laden mit allen erdenklichen Andenken zum Stöbern und kaufen, draußen gegenüber dem Ausgang dann eine nette Restauration mit Biergarten, wo man sich von der Museumsstrapaze erst einmal entspannen kann.

Anschließend noch sehenswert der riesige Schlossgarten mit Neptunbrunnen Brunnen und nach leichtem Anstieg oben auf dem Hügel die Gloriette. Von dort oben hat man einen herrlichen Blick auf das Schloss und über Wien. Auch hier lädt ein kleines Cafe mit Biergarten zum Verweilen ein.

Auf dem Rückweg in die Innenstadt mit der U4 sollte man an der Haltestelle ?Kettenbrückengasse? aussteigen und den Naschmarkt besuchen. Ein großer Markt mit Lebensmitteln wo es neben den einheimischen Produkten auch viele exotische Köstlichkeiten zu kaufen gibt. Am Ende schließt sich dann nach ein Trödelmarkt mit richtig altem Trödel an. Man muss diese Atmosphäre mit den urigen Typen einmal gesehen und erlebt haben.

Bummeln und Cafetrinken

Ausgangspunkt zum Bummeln ist die Haltestelle Zieglergasse von der U3. Man ist hier auf der Maria Hilferstraße, die ?bezahlbare? Bummel-Meile in Wien und schlendert die Straße abwärts Richtung Volkstheater. Viele Geschäfte, kleine Lokale und Hinterhöfe und die Marier Hilfer Kirche sind sehenswert aber auch Orte der Besinnung vom großen hektischen Treiben der vielen Leuten laden den Touristen ein.

Die zweite Einkaufsmeile beginnt am Stephandoms mit einer Mittagsstärkung draußen in einem der vielen mehr oder weniger teuren Restaurants. Hier entscheidet man sich nach dem jeweiligen Hunger oder Geldbeutel. Wir waren für den kleinen Hunger immer mit dem Chattanooga Graben 29a recht zufrieden. Die einzelnen Fußgängerbereiche gehen vom Stephansplatz aus fächerförmig ab. Erwähnenswert die Kärtner Straße, Graben und Kohlmarkt, auch ?das goldene U? genannt, dort ist die gesamte noble Welt der Haute Couture direkt vertreten. Cafe Mozart, Cafe Griensteidl (direkt vor dem Eingang der Hofburg), die Albertina und das Sacher sind Anziehungspunkte zum Verweilen und zum Ausprobieren der vielen Kaffeesorten. Bestellen Sie nur keinen Kaffee in Wien, das ist eine Todsünde ;) ein kleiner brauner oder Einspänner, Melange und wie diese Sorten alle heißen lässt man sich am besten von einem der freundlichen Ober in den Cafes erklären. Man hat Zeit zum Plaudern, Zeitungslesen und Leute beobachten. Man kann seine Seele baumeln lassen und wird nicht zu einer Bestellung gedrängt.

Grinzig , Kahlenberg und Leopoldsberg zum Erwandern

Vom Stadtzentrum fährt man mit der U4 bis Endstation Heiligenstadt, dort am Bahnhofsvorplatz weiter mit dem Bus der Linie 38A bis zur Endstation Leopoldsberg. Allein die Fahrt durch die abwechslungsreiche Gegend bei wunderschönem Wetter ist schon ein Erlebnis. Auf dem Leopoldsberg (425m) steht lediglich die alte Leopoldskirche, erbaut Ende des 17 Jh. und nach der Zerstörung durch die Türken zu Beginn des 18. Jh. im Barockstil wieder aufgebaut. Von hier hat man einen weiten Blick über die Region. Leider wurde die Kirche gerade renoviert, so dass eine Besichtigung nicht möglich war. Von hier geht es den Wanderweg zurück durch den Wald zum Kahlenberg. (Wer nicht laufen will kann auch mit dem Bus zurück fahren.) Aber es ist ein herrlicher halbstündiger Waldspaziergang, wer möchte kann in der rustikalen Waldschenke Rast machen oder kurz danach dann auf dem noblen Kahlenberg mit gehobener Restauration und einer wunderschönen Aussichtsterasse über ganz Wien.

Nach kleiner Stärkung kann man dem ?Wanderweg Stadt Wien? folgen, der nach Grinzing führt über die sehr gepflegten Weinberge. Ohne Wanderkarte ist dies allerdings ein Abenteuer, da die Wege nicht so gut beschildert sind wie wir es aus dem Sauerland kennen. Nach mehrmaligem Durchfragen erreichten wir schließlich nach ca. 2,5 Stunden das Örtchen Nußdorf. An der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie D findet man einen gemütlichen Biergarten für eine kurze Rast. Dann geht es weiter mit der Straßenbahn Richtung Heiligenstadt, noch einmal umsteigen in den Bus 38A und zurück nach Grinzig. Nachmittags ist der Ort fast ausgestorben, dennoch findet man einige wenige geöffnete Weinlokale mit einem guten Wein (grüner Valtliner) aus dem dortigen Weinberg. Der eigentliche Ansturm auf den Heurigen beginnt hier erst gegen 18:00 Uhr. Also ist es sinnvoll abends diesen Ost zu besuchen. Mit U-Bahn, Bus und Trambahn ist die Rückfahrt in die Innenstadt auch nach Mitternacht keine Problem!

Innenstadtring mit Museumsquartier (MQ) und Heurigen

Eine Vielzahl von Museen unterschiedlicher Art findet man im Museumsquartier (MQ). Anfahrt mit der U2 Haltestelle Museumsquartier oder U3 Haltestelle Volkstheater. Der Haupteingang (MQ Point) liegt am Museumsplatz. Ein kleiner handlicher Übersichtsplan hilft bei der Orientierung und den Eintrittspreisen. Bei der angebotenen Vielfalt muss jeder für sich entscheiden welches Museum er besuchen möchte. Zwischendurch laden einfache Restaurants und Cafes zum Verweilen ein. Aber auch in den Innenhöfen ist reichlich Sitzgelegenheit für eine Rast mit Selbstverpflegung.

Donauinsel mit Donaupark, Donauturm und UNO-City

Bei schönem Wetter lohnt ein Ausflug auf die Donauinsel. Mit der U1 bis zur Haltestelle Kaisermühlen, Vienna Int. Center fahren, dort durch UNO City schlendern, durch den Donaupark zum Donauturm. Wer es teuer mag kann mit dem Fahrstuhl hinauffahren ins Cafe, allerdings immer großer Andrang mit langen Wartezeiten wegen der phantastischen Aussicht über die Stadt. Vom Donauturm links geht es zurück zum Donaukanal an dem man wieder zurück Richtung Reichsbrücke schlendert. Unterhalb der Reichsbrücke zwischen den zwei ?Inseln? findet man eine ausgedehnte Strandgastronomie mit allem was das Partyherz am Abend begehrt. Tagsüber kann man hier ruhig in der Sonne sitzen und die Aussicht mit etwas Strandfeeling genießen. Auf der künstlich angelegten schmalen Donauinsel betreibt der Wiener seine sportlichen Aktivitäten wie Radfahren und Inlineskating. Als Fußgänger lebt man auf diesen Wegen recht gefährlich. Von der Haltestelle ?Reichsbrücke? geht es dann mit der U1 wieder zurück in die Innenstadt.

Der Prater

Natürlich gehört auch ein Besuch im Prater zum absoluten Muss, wenn man in Wien ist. Die Anfahrt erfolgt mit der U1 bis Haltestelle Praterstern oder recht gemütlich mit der Trambahn Linie D, ebenfalls bis Praterstern. Die Trambahn ist zu empfehlen, dann sieht man wieder etwas von der Stadt. Von der Haltestelle aus ist der Prater mit dem Legendären Rieserad nicht zu übersehen. Allerdings ist das Riesenrad und auch der Park schon recht heruntergekommen. Auch vom kleinen Riesenrad genießt man eine tolle Aussicht über die Stadt. Wer also Kirmes mag ist hier genau richtig.

Essen und Trinken

Externe Links

Zum Figglmüller
in der Wollzeile 5 (urig derbe und laute Lokalität)
oder Bäckerstraße 6 (dezenter und ruhige Lokalität), beides liegt eng nebeneinander. Es empfiehlt sich vorher einen Tisch zu reservieren! Sicherlich ist es das größter Wiener Schnitzel, was man dort bekommt für ca 18,00 EUR einschließlich Salat, aber das war es dann auch. Aber wer in Wien ist der isst einfach das Schnitzel vom Figglmüller.

Ristorante Casa Romana
Rotenturmstrasse 17 ist ein gemütlicher Italiener mit gutem Preis- Leistungsverhältnis. Direkt auf dem Weg zum Stephansdom mit Sitzgelegenheit draußen an der kaum befahrenen Straße, aber auch mit einem recht gemütlichen Kellergewölbe.

Restaurant Fratelli
Rotenturmstr. 11 ist ein ?Edelitaliener? noch näher am Stephansdom gelegen mit sehr eleganter Außengastronomie (beheizt) und einem gemütlichen Kellergewölbe für Nichtraucher. Eine gute Speisenkarte allerdings auch mit entsprechendem Preis, der aber dem Ambiente und dem Essen gerecht wird.

Chattanooga
Graben 29 A mit großer Außengastronomie und gemütlichem Ambiente Innen, direkt in der Fußgängerzone gelegen. Für den kleinen Hunger und auf ein Bier eine gute Wahl. Hier kann man draußen das pulsierende Leben der Touristen vorbeiziehen lassen. Es muss nicht immer teuer sein in Wien, dieses Restaurant beweist es.

Weinorgel
Empfehlung für abends einen Absacker in der Weinorgel (Bäckerstr. 2 nähe Stephansdom und Figglmüller), ein winzig kleines aber gemütliches Lokal mit guter Weinkarte und kostenlosen Erdnüssen auf den Tischen, deren Schalen einfach auf den Boden geworfen werden. Zu jeder vollen Stunde schmettert die Weinorgel ihr Lied. Auch eine große Außengastronomie gehört zu diesem kleinen Lokal.

Berger, Weinbau Gsöls in Grinzig
ein gemütliches Heurigenlokal unter schattigen Kastanienbäumen mit gutem Wein und Essensangebot. Hier spielt die typische Zweimannkapelle auf. Freundliche, flotte Bedienung und zivile Preise, wir fühlten uns wohl, obwohl die Einheimischen inzwischen Grinzing wegen des Touristenandrang meiden und deshalb nach Klosterneuburg fahren.