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Deutschland

Michelstadt, Wandern im Odenwald

Online seit 03.11.2008

Michelstadt, Wandern im Odenwald

Reisebericht und Fotos von Jürgen Blaszczyk

Nach einigen Städtetrips wollten wir zurück in die Natur und haben uns für Michelstadt im schönen Odenwald entschlossen. Wie immer mieteten wir uns für solche Gelegenheiten eine Ferienwohnung.

Jürgen Blaszczyk - Michelstadt, Wandern im Odenwald ansehen

Auf Empfehlung von Bekannten entschieden wir uns für die große Wohnung der Familie Kampitsch in direkter Stadtlage. Ich will es kurz machen, so eine super Wohnung und so eine nette und herzliche Wohnungsbetreuung hatten wir noch nie. Also die absolute Empfehlung! Hinzu kommt die günstige zentrale Lage zum Zentrum und zu vielen Einkaufsmöglichkeiten wie einem Bäcker oder den Supermärkten Aldi. Lidl, Penny und Kaufland. Letzterer hat uns mit seinem Preis- Leistungsverhältnis überzeugt. Soviel zur Wohnung und zu den Einkaufstipps.
Folgende Lokale können wir empfehlen:

Brasserie Steinbach - in der Erbacherstraße 1-3 uriges Restaurant mit guter deutscher Küche;

Pizzeria Romana Bei Angelo - in der Erbacherstraße 14 sehr zu empfehlen;

Pizzeria Rossini - Erbacherstraße 2 gutes Ambiente im Kellergewölbe aber was das Essen betrifft ist Angelo nicht zu schlagen;

Michelstädter Rathausbräu - in der Mauerstraße Nähe des Rathauses mit deutscher Küche;

Cafe Siefert - in der Braunstraße 17 mit eigener Pralinenherstellung;

Michelstadt selbst ist ein schmuckes Örtchen, das hauptsächlich durch sein Fachwerk begeistert und hier insbesondere der Marktplatz mit dem ausgefallenen Rathaus. Hier trifft sich jeder Einheimische und Tourist! Umliegende Restaurationen laden insbesondere bei schönem Wetter draußen zum Verweilen ein. Interessant auch das Spielzeugmuseum in der ehemaligen Kellerei mit Diebsturm. Ein Bummel durch die gesamte Altstadt mit vielen Geschäften (teilweise nicht gerade preiswert) lohnt sich immer.
Aber wir waren ja hauptsächlich zum Wandern da. Hier einige Vorschläge die wir auch selbst erwandert haben:

Rundweg Michelstadt ? Steinbach ? Steinbuch ? Mossauer Höhe ? Rossbach

Start am Wahrzeichen von Michelstadt dem berühmten Rathaus immer dem gelben Viereck folgend über die Bahnschienen bis zum Ortsteil Steinbach mit Schloss Fürstenau und der Einhardsbasilika. Beides war nicht gerade sehenswert. Das Schloss völlig verwahrlost und die Basilika eingerüstet für Restaurationsarbeiten, die auch dringend nötig sind. Weiter geht es ohne Wanderwegzeichen durch Steinbach vorbei am letzten kleinen Dorfmetzger (spätestens hier Verpflegung kaufen, falls man sich nicht versorgt hat) links Richtung Steinbuch immer steil aufwärts der Straße entlang. Sowohl Straße als auch die Steigung waren nicht so angenehm zu erwandern. Oben auf der Mossauer Höhe wurde man aber für die Anstrengung belohnt mit einer guten Weitsicht und einem gemütlichen Picknicktisch. Von dort ging es dann immer abwärts dem Wanderzeichen (6)/(5) folgend über den Pferdehof Rossbach, dann links halten mit dem Wanderzeichen (E1 bzw. E2). Irgendwann war die (E2) verschwunden, aber das hatten wir öfter bei unseren Wanderungen. Die Beschilderung war nicht immer optimal. Der (E1) schließlich führte direkt zum Rathaus nach Erbach. Dort im Cafe Restaurant Schlossmühle kann man dann wieder eine Rast einlegen. Nicht nur Kaffee und Kuchen auch die vielen kleinen Snacks sind sehr empfehlenswert in diesem Cafe. So ausgeruht und gestärkt geht es dann links entlang dem Flüsschen Mümling (auf der Rückseite des Industriegebietes von Erbach) zurück Richtung Michelstadt. Am Industriegebiet in Michelstadt endet dann der Fuß- und Radweg. Dort geht es über den Kauflandparkplatz, dann durch die alte Gasse in der Stadtmauer wieder Richtung Rathaus Michelstadt. Fazit: Wanderung von ca. 5 Stunden, durch die Steigung recht anstrengend, leichte Wanderschuhe empfohlen und Verpflegung einpacken. Ebenfalls eine gute Wanderkarte mitnehmen bei der schlechten Beschilderung.

Wanderung Römerbad

In der Ortschaft Michelstadt-Würzberg gibt es Reste eines alten Römerbades. Anfahrt erfolgt mit dem PKW nach MI-Würzberg, hinter dem Ortsausgang ist der Wanderparkplatz "Römerbad" ausgeschildert. Man kann aber den geteerten Waldweg weiter fahren bis zur nächsten Abbiegung und dort am Wegrand den Wagen stehen lassen. Dann den Schildern ?Römerbad? folgen. So kommt man an den Überresten des Römerbades vorbei und auch an weiteren Resten des ehemaligen Limes, der hier verlief. Überhaupt ist hier der Römereinfluss noch sehr zu spüren. Leider fanden gerade Restaurationsarbeiten statt, so dass ein Foto nicht angebracht war. Hinter dem Tierheim dann links dem Wanderweg B1/W3 Richtung "Eutergrund" folgen, aber immer auf dem befestigten Weg bleiben. (Eine alternative ist die angebotene Schleife am Waldrand entlang.) Bei der großen Abzweigung geht es links dem festen Weg mit dem Wanderzeichen B1/W3 nach. Auf halber Talhöhe kann man sich dann entscheiden ob man die kurze Variante wählt (links aufwärts B1) oder sich für rechts (W3) entscheidet. Wir haben die große Schleife W3 gewählt. Achtung, wenn man nicht ganz bis unten ins Tal "Eutergrund" absteigen will, dann auf dem befestigten Weg bleiben und nicht dem Wanderzeichen steil rechts abwärts folgen. So erspart man sich einen anstrengenden Aufstieg aus dem Tal zurück. Der befestigte Weg hat nur eine mäßige Steigung und führt letztendlich auf den B1 zurück und endet am "Frankfurter Tor" auf der befestigten Teerstraße. Dort links halten, man sieht dann schon den Abzweig des Ausgangspunktes. Wer seinen PKW auf dem offiziellen Parkplatz abgestellt hat, folgt dem Wanderweg geradeaus bis zum Parkplatz. Fazit: Mittlerer Anspruch mit leichten Wanderschuhen zu bewältigen. Verpflegung mitnehmen, Einkehrmöglichkeit nur in der Ortschaft Würzberg direkt an der Hauptstraße auf dem Rückweg, Wanderkarte ist bei den Abzweigungen erforderlich, Dauer 2,5 Stunden.

Beerfelden mit "Galgen" und der "Dicken Eiche" in Airlenbach

Ausgangspunkt der Wanderung ist der "Wanderparkplatz Galgen" den man auf der Straße von Beerfelden nach Airlenbach erreicht. Im Navi "Beerfelden Marktstraße" eingeben und der Straße an der Kirche vorbei bis zum Ortsausgang folgen. Hier auf der Höhe mit fantastischer Aussicht steht der einzige noch erhaltene Galgen aus Stein. Wir wählten den Rundwanderweg (3) zur Dicken Eiche nach Airlenbach. Dieser Weg ist gut ausgeschildert und führt durch ein abwechslungsreiches Waldgebiet. Dort wo der Weg sich teilt sollte man den rechten Abzweig wählen, so hat man später von Airlenbach aufwärts nur eine kurze aber kräftige Steigung zu bewältigen. Fazit: mittlerer Anspruch mit leichten Wanderschuhen zu bewältigen, wenig Bänke für eine Rast, Dauer 2,5 Stunden wie auf der Wandertafel angegeben. Beschilderung optimal daher keine Wanderkarte erforderlich. Verpflegung kann vorher in Beerfelden gekauft werden. Sehenswert der abwechslungsreiche Mischwald und die Reste der "Dicken Eiche".

Wanderung Hesseneck

Auf der Rückfahrt nach Michelstadt kann man noch einen Abstecher nach "Hesseneck" machen. Eine kurvenreiche Straße, die am Wochenende für Motorräder sogar gesperrt ist. Die Aussicht hier über den Odenwald ist wirklich einmalig. Zwischendurch ruhig einmal anhalten. Oben auf der Höhe ist der Wanderparkplatz "Reußenkreuz" auf der linken Seite. Dort kann man um das Schloss Krähberg wandern oder den Rundwanderweg (2) nehmen. Auch diesen Weg wegen der leichteren Steigung rechts herum laufen. Der abwechslungsreiche Herbstwald in der Sonne mit seinen bunten Farben ist ein wunderschönes Schauspiel auf diesem Weg. Fazit: Leichter Wanderweg von ca. 1,5 Stunden mit leichten Wanderschuhen gut zu laufen. Auch hier wenige Bänke auf dem Weg. Am Parkplatz selbst ist eine Gaststätte die zum Pausieren einlädt.

Amorbach

Ein altfränkisches Barockstädtchen ca. 30 KM von Michelstadt entfernt. Ein kostenfreier "Altstadtparkplatz", den man auch nutzen sollte, ist ausgeschildert. Er liegt direkt am Ortsrand bei der Pfarrkirche St. Gangolf und dem Einkaufszentrum (Lidl). Sehenswert in Amorbach sind die ehemalige Benediktinerabtei mit ihrer großen Bibliothek und die fürstliche Abteikirche mit der berühmten Stumm-Orgel sowie das Schloss. Alles im Besitz des Fürstenhauses zu Leiningen, daher auch nur gegen teures Eintrittsgeld zu bestimmten Zeiten zu besichtigen. Wir hatten Glück, da gerade eine Trauung in der Abteikirche stattfand, hatten wir als Zaungäste kostenlosen Eintritt in die Kirche. Eine wunderschöne, typische Barockkirche wie auf dem Foto zu sehen.
Ein absolutes Muss ist die Besichtigung des Museum Sammlung Berger mit Teekannenmuseum (Wolkmannstr. 2). Außer moderner Kunst und der Pepsi Cola Sammlung findet man hier die größte Teekannen Sammlung Europas. Sehenswert auch ein Altstadtbummel mit vielen Fachwerkhäusern und der Pfarrkirche St. Gangolf, nicht ganz so "herausgeputzt" wie die Benediktinerabtei, aber ebenfalls von schlichter Schönheit. Das Templerhaus und das alte Rathaus (leider verhüllt wegen Renovierung). Überhaupt hatten wir uns einen schlechten Besichtigungstag ausgesucht, da wegen eines Stadtfestes überall bunte Krammarktstände aufgebaut waren und somit für ein Foto die gesamte Kulisse verschandelte. Selbst vor der Abtei war ein Autoskooter aufgebaut. Also kaum Fotos für die Erinnerung. Wer es besinnlich mag, sollte einmal den Schlosspark besuchen und natürlich im Schlosscafe direkt gegenüber der Abtei einkehren.
Wenn man im Kreisverkehr Richtung Amorbach-Beuchen fährt gibt es kurz vor dem Ortsausgang einen Wanderparkplatz, von dem aus man eine der vielen Siegfriedquellen erwandern könnte. Mehrere Ortschaften erheben ja den Anspruch "die Siegfriedquelle" zu besitzen. Den Wanderparkplatz haben wir zwar gefunden, aber der ausgeschilderte Weg war dermaßen schlecht markiert, dass wir uns fast verlaufen hätten. Das Hinweisschild "Siegfriedquelle Zittenfelden" war verbogen und völlig verdreht, so dass wir dann einmal um den Beuchener Berg geirrt sind aber die Quelle nicht gefunden haben.

Miltenberg

Ebenfalls nur 40 KM von Michelstadt entfernt liegt die romantische, alte Holzstadt Miltenberg am Main. Miltenberg ist Kreisstadt und liegt in Bayern genauer in Unterfranken. Wenn man die Bundesstraße 469 entlangfährt, parkt man am besten auf dem Parkplatz "Johanneskirche" oder "Mainzer Tor". Eine Stunde ist dort kostenlos und die restliche Parkgebühr ist durchaus akzeptabel. Man geht nur über die Bundesstraße und ist direkt in der Altstadt, die eigentlich nur aus der langgezogenen Hauptstraße und dem Marktplatz ? auch Schnatterloch genannt - besteht. Dies ist wohl der romantischte und meist fotografierte Fleck von Miltenberg. Die Hauptstraße zieht sich im Schutze der Mildenburg am Main entlang. Entlang der Hauptstraße findet man Boutiquen, Shops. Läden, Cafés, Kneipen und und und. Diese alle laden zum Bummeln und zum Verweilen ein. Bei schönem Wetter ist die Außengastronomie sehr beliebt. Die Frauen kommen hier beim Shoppen voll auf ihre Kosten, für uns Männer bleibt dann der gute Kaffee oder ein schönes Gläschen Wein. Sehenswert das Museum am Markt und die schlichte Johanneskirche, das Hotel "Riesen" als ältestes Hotel Deutschland bekannt, das Mainzer und das Würzburger Tor. Der Aufstieg vom Schnatterloch hinauf zur Mildenburg ist ebenfalls zu empfehlen. Von hier oben hat man einen wunderschönen Blick über den gesamten Mainbogen und das Stadtpanorama.
Für das leibliche Wohl ist an der Hauptstraße bestens gesorgt, für jeden Geschmack und Geldbeutel dürfte etwas dabei sein. Wir können z.B. den kleinen Metzger auf der Hauptstraße empfehlen. Das Mittagsstammgericht (Schweinebauch mit Sauerkraut und Püree) für 3,95 EUR war gut und ausreichend. Aber auch in den übrigen Lokalen und Cafés ist man sehr gut aufgehoben.

Felsenmeer bei Lautertal und Burgruine Lindenfels

Externe Links

Da wir schon sehr viel über das Felsenmeer gehört hatten, fuhren wir nach Lautertal Reichenbach. Von dort weiter Richtung Beedenkirchen. Am Ortsausgang von Reichenbach links befindet sich der zentrale und gebührenpflichtige Parkplatz ?Felsenmeer?. Hier findet man das Informationszentrum und kann auf bequemen Weg eine weitere "Siegfriedquelle" in Augenschein nehmen. Der Rundweg (1) führt daran vorbei und nach einer kleinen Treppensteigung geht es auch schon wieder abwärts. 1 Stunde Rundweg zum aufwärmen in diesem Meer von Steinen. Man kann von hier immer den Steinen hinauf folgend (etwas mühselig und nur mit festen Wanderstiefeln zu empfehlen) den gesamten Hang erklimmen.
Es gibt aber in der Nähe noch den gebührenfreien Parkplatz "Römersteine". Er liegt weiter oberhalb in Richtung Beedenkirchen auf der linken Seite. Hier hat man die halbe Höhe der Steinmassen erreicht und kann auf einem "Omaweg" ganz bequem die Holzbrücke über dem Felsenmeer erreichen. Dort muss man sich entscheiden, wie viel Anstrengung man sich zumuten kann. Wir hatten es als angenehm empfunden erst vom Parkplatz Römersteine den "Omaweg" einzuschlagen, an der Holzbrücke auf dem wunderschönen Rastplatz zu Vespern und dann weiter mit dem PKW zu fahren zum Parkplatz Felsenmeer, wo wie den kleinen Rundgang zur Siegfriedquelle unternommen haben. Letztendlich muss jeder nach seiner eigenen körperlichen Kondition entscheiden. Dies ist hier alles möglich.

Auf der Rückfahrt nach Michelstadt über die B47 machten wir dann noch eine kurze Pause an der Ruine in Lindenfels. Von hier aus hat man wieder einen sehr schönen Blick über die Höhenzüge des Odenwaldes. Für diesen Ausflug solle man einen gesamten Tag einplanen.

Schlusswort

Bei diesem Urlaub stimmte einfach alles, Wohnung und Wetter. Daher können wir Michelstadt und Erbach nur weiter empfehlen. Die zentrale Lage im Odenwald ist für Ausflüge einfach ideal. Im Umkreis von Michelstadt gibt es noch so viel für uns zu entdecken, dass wir bestimmt noch einmal vorbei kommen. Wichtig bei allen Wanderungen und Ausflügen ist eine gute aktuelle Karte.