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Deutschland

Der  Eggeweg - Wanderung vom 6.4 - 9.4.2007

Online seit 01.12.2007

Der Eggeweg - Wanderung vom 6.4 - 9.4.2007

Reisebericht und Fotos von Olaf Strunck

Unser jährliche Osterwanderung führte uns diesmal über den Eggeweg. Um ihn um eine Sehenswürdigkeit zu erweitern starteten wir allerdings am Hermannsdenkmal in Detmold und nicht an den Externsteinen, was die Strecke um ca. 10 kM verlängert.

Der eigentliche Wegverlauf startet an den Externsteinen nahe Horn Bad Meinberg und führt dann über das Silberbachtal, Velmerstot, den Rehberg bei Altenbeken vorbei an der Iburg in Bad Driburg weiter über Herbram Wald und Willbadessen vorbei an Bierbaums Nagel bei Borlinghausen in Richtung Blankenrode und Essentho bis nach Marsberg. Er verbindet das Eggegebirge mit dem Sauerland und verläuft meist auf dem Kamm der Egge. Der Eggeweg ist eine ca 70 kM lange Teilstrecke des europäischen Fernwanderwes E1 der Europa in Nord-Süd Richtung durchquert. Der Weg ist durchgehend mit einem X oder mit X1gekennzeichnet.

Olaf Strunck - vom Eggeweg ansehen
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Fotos vom Eggeweg

Wie bereits gesagt starteten wir am Hermannsdenkmal bei Detmold. Dieses Denkmal erinnert an den Sieg der Germanen über die Römer im Jahre 9 nach Christus und wurde zwischen 1838 und 1875 von Ernst von Bandel errichtet. Mit einer Gesamthöhe von ca. 53 Metern steht dieses imposante Bauwerk auf dem Teutberg mitten im Wald.

Unser Wanderweg führt zunächst vom großen Besucherparkplatz bergab in der Nähe einer Straße, verlässt diese dann und führt parallel des Kamms des Teutoburger Waldes Richtung Berlebeck. In Berlebeck kann ich einen Besuch der Adlerwarte mit Freiflug-Vorführung empfehlen, worauf wir diesmal aber verzichtet haben. Nach einer kurzen Rast überqueren wir die Hauptstraße im Ort und finden neben der Kirche den Einstieg in unseren Weg. Nach einer kurzen Steigung stoßen wir auf die ersten Sturmschäden die Cyrill hinterlassen hat. Umgestürzte Bäume versperren uns den Weg, lassen sich aber leicht umgehen. Wir laufen weiter durch den Wald Richtung Holzhausen-Externsteine, durchqueren kurz den Ort und erreichen über den Bärenstein die Externsteine.

Hier ragen mehrere Sandsteinfelsen aus dem Waldboden und erreichen eine Höhe von bis zu 40 Metern. Zusammen mit einem Teich und der umgebenden Natur bieten sie dem Besucher einen schönen Anblick. Dieses Naturdenkmal hat eine lange Geschichte, die zurück bis in germanische Zeiten reicht. Wie der Volksmund weiß sollen diese schon hier die Sommersonnenwende gefeiert haben. Später wurde eine kleine Kapelle in den Fels geschlagen und um 1130 ein 5 Meter hohes Relief der Kreuzabnahme. Nach dem Entrichten eines kleinen Obolusses können einige der Steine bestiegen werden.

Der offiziell hier beginnende Eggeweg führt uns weiter durch den Wald. Beim Restaurant Waldschlösschen unterqueren wir die Bundestrasse 1 und nach etwa einstündiger Wanderung erreichen wir die Silbermühle, eine ehemalige Wassermühle, die in ein Ausflugslokal umgebaut worden ist. Von hier führt der Weg durch das Silberbachtal, eines der schönsten Täler im ganzen Umkreis. Das Bachtal, zunächst relativ breit, wird zunehmend schmaler und so verwandelt sich auch der zunächst breite Weg in einen schmalen Pfad, der oberhalb des Baches verläuft. Nach einer halben Stunde verlässt der Weg den Silberbach und führt nun auf den Eggekamm.

Durch eine kleine Unachtsamkeit hatten wir hier kurz den Eggeweg aus den Augen verloren und wählten einen anderen Weg direkt auf den Kamm, so dass wir nach einem kurzen aber steilen Anstieg diesen direkt zwischen dem lippischen und preußischem Velmerstot erreichten. Da wir den lippischen Velmerstot bereits kannten beschlossen wir nicht zurückzugehen.

Der preußische Velmerstot (468m), eine der höchsten Erhebungen der Egge und ehemals militärisches Sperrgebiet bietet mit dem Eggeturm einen weiten Ausblick über das umgebende Land. Einzig die Dampfwolken einer nahen Fabrik trüben unseren Ausblick etwas. Nach einer längeren Rast führt unser Weg nun, eine Zeit lang entlang der ehemaligen Zufahrtsstraße des ehemaligen militärischen Horchpostens, weiter über den Kamm.

Ein altes Steinkreuz am Wegesrand erinnert an die Dankbarkeit vierer Männer, welche 1826 einen Auftrag über Steinkrippen beim Umbau des Paderborner Abdinghofes in eine Husarenkaserne erhielten. Ein Stück weiter des Weges stoßen wir auf den Bedastein, aufgestellt zum Gedenken an den Eggepater (1867-1932). Wiederum ein Stück weiter säumen alte Schnatsteine den Weg, die jeweils die unterschiedlichen Wappen der ehemaligen Ländereien zeigen (Lippe, Preußen, Hochstift Paderborn, Graf v. Oeyenhausen ). Eine etwas längere Pause legen wir schließlich am Schwarzen Kreuz ein. Hier soll im 30jährigen Krieg ein Köhler von Soldaten ausgeplündert, auf kreuzförmige Holzscheite aufgespießt und in den Meiler gestellt worden sein, wo er jämmerlich verkohlte und anderntags als schwarzen Kreuz aufgefunden wurde. Das heutige Metallkreuz, welches das alte verfallene Holzkreuz ersetzte, wurde 1921 vom Paderborner Kaufmann Gustaff Ullner gestiftet, weshalb das Kreuz nun Ullner-Kreuz heißt.

Weiter führt unsere Wanderung über den Rehberg nach Bad Driburg wo wir den Eggeweg kurz verließen und uns mit neuem Proviant ausstatteten. Von Bad Driburg stiegen wir dann zur Iburg auf. Einer alten, wohl ursprünglich sächsischen Volksburg, deren Geschichte nach Angaben einiger Forscher bis in die Zeiten der Cherusker zurück reicht. Ihre erste geschichtliche Erwähnung findet die Burg im Jahr 753 als hier der Kölner Erzbischof erschlagen worden sein soll. Es folgte die Eroberung durch Karl den Großen im Jahre 772 und die Zerstörung der angeblich hier stehenden Irminsul. Die Burg ging auf Wunsch des Papstes (799) an die neu gegründete Paderborner Kirche. Nach einer wechselvollen Geschichte verlor die Burg im 15. Jahrhundert an Bedeutung. Sie wurde schließlich 1444 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Im Jahre 1904 wurde direkt neben ihr der Kaiser-Karls-Turm erbaut und einige Jahre später auch das Restaurant welches nun den Besucher zur Rast einlädt.

Von der Iburg kehren wir zurück auf den Eggeweg, wo wir an der Schutzhütte Schöne Aussicht noch die wahrhaft schöne Aussicht über das Aa Tal und Bad Driburg genießen können. Der Eggeweg führt nun weiter über den Klusenberg. Ein Schild weist hier auf eine tiefe Doline (Erdfall) hin. Nur einige Meter weiter findet man einen Hinweis zur Gedenkstätte Klusheide, wo kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs fünf Menschen im ehemaligen Forsthaus ermordet wurden.

Uns führt der Weg weiter Richtung Herbram Wald, einer kleinen Siedlung, wo wir unseren Wasservorrat auffrischten. Zwischen Herbram Wald und Willebadessen hat der Sturm Cyrill sehr starke Schäden angerichtet und wir müssen mehrmals den Weg verlassen, der von umgestürzten Bäumen versperrt ist. Ganze Waldgebiete sind hier verwüstet worden. Waldarbeiter bemühen sich das Holz aus dem Wald zu transportieren. Wir sehen aber auch am Wegesrand durch Folien geschützt lagernde Stämme, da die Transport Kapazitäten wohl nicht ausreichen.

Wir erreichen oberhalb von Willebadessen den ca. 150 Meter hohen Fernsehturm, der mitten auf dem Eggekamm steht. Nach überqueren der Landstraße finden wir auf einem betonierten Platz einige Aussichtspunkte mit Blick in das Tal. Hier verfehlten wir den markierten Weg und entschlossen uns ein Stück querfeldein durch den Wald zu gehen, um unseren Weg wieder zu finden, was auch gelang. Kurz darauf erreichen wir einen kleinen Parkplatz an der Landstraße zwischen Kleinenberg und Willebadessen. Als Ausgangspunkt für Wanderungen liegt er sehr zentral. Denn von hier aus lassen sich die "Alte Eisenbahn", ein versuchter Kammdurchbruch für eine Bahnstrecke aus dem Jahre 1849, oder auch die Karlsburg, einer großen vorgeschichtlichen Wallburg, leicht erreichen.

Wir folgen jedoch einigen Meter der Landstraße Richtung Kleinenberg und biegen dann wieder links in den Wald. Bald sehen wir ein kleines Steinmal, den "kleinen Herrgott". Angeblich soll Karl der Große hier ein Kreuz auf einer sächsischen Kultstätte errichtet haben, die dann von den Heiden verächtlich kleiner Herrgott genannt wurde. Ein wenig weiter des Weges steht ein großes Holzkreuz, welches an die Erschießung zweier Förster durch Wilddiebe im Jahr 1880 erinnert. Der Weg selbst führt nun auf dem Kamm der in östlicher Richtung steil abfällt und hier Klippenweg heißt nach Süden. Bei Bierbaumsnagel, einem renovierten Aussichtsturm, rasten wir und genießen die Aussicht bei einigen Sonnenstrahlen.

Externe Links

Verlief der Eggeweg bisher hauptsächlich in Nord- Südrichtung verläuft er ab der Borlinghauser Hütte in einer süd- westlichen Richtung. Nachdem wir die Bundesstraße 68 überquert haben wandern wir wieder auf einem Klippenweg, der Ausblicke auf das Harderhausener Tal freigibt. Eine längere Rast halten wir schließlich an der alten Stadtwüstung Blankenrode, die seiner Zeit von bis zu 1000 Menschen bewohnt wurde. Im Jahr 1390 bei einer Fehde aber vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde. Der alte Brunnen und Wallanlagen sind, wenn auch mit Bäumen überwachsen, noch heute zu sehen.

Bei der heutigen Siedlung Blankenrode verlassen wir den Wald. Der Weg führt nun größtenteils über freies Feld vorbei an der Blankenroder Bleikuhle, wo schon im Mittelalter Erz abgebaut wurde, nach Oesdorf und dann weiter nach Essentho. Über den alten Heeresweg Via Regia, erreichen wir schließlich die Diemel und Marsberg.

Wer selbst diesen Weg einmal erwandern möchte, dem sei neben den Wanderkarten 63 (Eggegebirge Nordteil) und 64 (Eggegebirge Südteil) des Landesvermessungsamtes NRW noch der Wanderführer "Das Eggegebirge und sein Vorland" empfohlen, aus dem auch viele Informationen dieses Berichts stammen. Äußerst umfangreich wird hier auf alle Dinge rund um den Weg hingewiesen, ob sie nun von naturwissenschaftlichen oder historischen Interesse sind. Das Buch wird vom Eggegebirgsverein herausgegeben worüber man es auch beziehen kann.